NST | Neue Mitte Nordsteimke

Ort

Wolfsburg

Auftraggeber:in

Stadt Wolfsburg durch Projekt Hellwinkel Terassen und Sonnenkamp

Verfahren

Wettbewerbliche parallele Mehrfachbeauftragung in zwei Stufen

Projektzeitraum

Februar – Juli 2022

Wettbewerbssumme

55.000 €

Ansprechpartner:in

Termine

  • Ausgabe der Unterlagen
    03. & 04. März 2022
  • Auftaktkolloquium
    09. März 2022
  • Rückfragen
    15. März 2022
  • Workshop Schulterblick 1
    25. März 2022
  • Abgabe 1. Stufe Unterlagen
    22. April 2022
  • Zwischenkolloquium mit Präsentation
    26. April 2022
  • Workshop Schulterblick 2
    24. Mai 2022
  • Abgabe 2. Stufe Unterlagen
    24. Juni 2022
  • Abgabe 2. Stufe Modell
    30. Juni 2022
  • Abschlusskolloquium
    14. Juli 2022

Teilnehmende

  • Kramm & Strigl Architekten und Stadtplanergesellschaft mbH, Darmstadt  
  • Machleidt GmbH Städtebau + Stadtplanung, Berlin  
  • pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund  

Preisgericht

Obergutachter:innen

Dr. Antje Backhaus, Landschaftsarchitektin, Berlin
Friederich Sahle, Projektentwicklungsgesellschaft Groth-Sahle
Ira von Steimker, Ortsbürgermeisterin Hehlingen
Iris Bothe, Stadträtin für Jugend, Bildung und Integration
Kai Kronschnabel, Vorsitzender des Planungs und Bauausschusses
Kai-Uwe, Hirschheide Stadtbaurat Wolfsburg
Oliver Iversen, Geschäftsbereichsleitung der Abteilung Straßenbau und Projektorganisation
Oliver Prietzel, Ortsbürgermeister Reislingen/Neuhaus
Philipp Kasten, Ortsbürgermeister Barnstorf/Nordsteimke
Prof. Zvonko Turkali, Architekt, Frankfurt am Main
Rainer Kieschke, Projektentwicklungsgesellschaft Groth-Sahle
Sandra Morese, Stadtplanerin, Braunschweig
Silke Lässig Geschäftsbereichsleitung der Abteilung Stadtplanung

Ständig anwesende stellvertretende Obergutachter:innen

Gerd Kleyhauer, Landschaftsarchitekt, Berlin
Paul Olufs, Projektentwicklungsgesellschaft Groth-Sahle
Uwe Sahle, Projektentwicklungsgesellschaft Groth-Sahle

Projekt-Ergebnisse

1. Preis

1. Preis: pp a|s pesch partner architekten stadtplaner GmbH, Dortmund

Prof. em. Dr. Franz Pesch
Anton Bombach, M. Sc.; Jan Dröge-Rothaar, M. Sc., Claes Gayk, B. Sc.; Cara Müller

Freiraumplanung

Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten GmbH 
Prof. RainerSchmidt
Lukas Bihler, Yuai Wano, Edoardo Laner, Yufei Wang

Das städtebauliche Konzept ist gekennzeichnet durch eine innere Logik und Klarheit. Das neue Quartier ist ganz beiläufig und ebenso selbstverständlich in die bestehende Situation eingefügt. Die neue Bebauung tritt gegenüber der Landschaft als ablesbare Form in Erscheinung und bietet zugleich eine sukzessive Weiterentwicklung des Quartiers. Durch die radiale Führung der Erschließung und die unterschiedlich großen Plätze entstehen im gesamten Quartier sehr spannende Raumsequenzen, die eigenständig in Erscheinung treten und eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Der Bildungscampus wird gut in das Quartier eingebunden.

Die Vielfalt an Wohntypologien unterstützt das Ziel des Auslobers, ein Quartier zu realisieren, das von Menschen ganz unterschiedlicher Bedürfnisse angenommen wird. Das Konzept wird generell als sehr robust angesehen und kann dadurch gut auf sich verändernde Anforderungen reagieren.  So ist es beispielsweise vorstellbar, dass zu den Rändern des Quartiers hin die Bauten in ihrer Höhe reduziert oder kleinteiliger ausgeführt werden.

Die Lage des Campus wird begrüßt. Hervorgehoben wird die gute Adressbildung und die Öffnung der Bildungseinrichtungen zum Günraum. Eine stärkere Verknüpfung mit dem zentralen Platz wärezu überprüfen. Die straßenbegleitende Bebauung entlang der K5 ist in der Typologie richtig gewählt. Sie bietet eine ablesbare Identität und Adresse als Ortseingang für Nordsteimke und schafft an dieser Stelle den erforderlichen Schallschutz. Die gegen Norden anschließende Wohnbebauung bedarf noch einer Überprüfung.

Die Positionierung von EDEKA auf dem westlichen Grundstück wird aufgrund seiner zentralen Lage begrüßt. Um auf eine separate Wegeführung durch eine Brücke über die K5 zu verzichten, welche aus Sicht der Verfasser eine unangemessene Priorisierung des MIV’s gegenüber dem menschlichen Maßstab darstellen würde, ist eine ebenerdige Überquerung mit z.B. einer Tempo 30 Zone vorgeschlagen. Die Realisierbarkeit dieser durchaus sympathischen Idee bedarf einer eingehenden Prüfung. So bietet auch die Ausbildung einer dreireihigen Baumallee entlang der K5 die Möglichkeit, dieVorzone zum Quartier als attraktive Erschließung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen weiterzuentwickeln.

Die geplanten Typologien und die Nutzungsmischung entlang der K5 geben erlauben eine flexible Umnutzung. Um die die Transformation der Mobilität zu stärken, favorisieren die Verfasser die Erstellung von oberirdischen Parkdecks. Diese Einschätzung wird vom Gremium geteilt. Insgesamt würdigt das Gremium die gelungene Integration des neuen Quartiers in die bestehende Situation und die zugleich hohe Eigenständigkeit des Beitrags. Die abwechslungsreichen Freiräume und die gewählte Typologie der einzelnen Bausteine versprechen ein Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität. Hier und da werden geringe Anpassungen erforderlich, so beispielsweise beim Campus. Diese Anpassungen würden das Gesamtkonzept nicht schwächen.

2. Preis

2. Preis: Machleidt GmbH Städtebau + Stadtplanung, Berlin

Dipl.-Ing. Henner Winkelmüller
Jose Alvarez Sedeghi, Alina Jahn

Freiraumplanung

A24 Landschaft Landschaftsarchitektur GmbH 
Grimmer Jan

Stadtplanung

Machleidt GmbH Städtebau + Stadtplanung, Berlin 
Prof. Benjamin Wille
Maria Feil, Lasse Schmalfuß, Robert Ritzel, Pia Muschelknautz

Die Planung zeigt eine Weiterentwicklung der im Zwischenkolloquium präsentierten Überlegungen. Dabei sind die Empfehlungen und Anregungen aus dem Gremium aufgenommen worden, insbesondere der Hinweis, dass die Anzahl der Wohneinheiten und die bauliche Dichte deutlich zu verringern sind. Die Reduktion der Einheiten führt nun zum Wegfall der südlichen Quartiere. Diese Entscheidung ist zwar nachvollziehbar, der bauliche Rand zum Grünraum wird aus Sicht des Beurteilungsgremiums durch den Wegfall jedoch geschwächt. Insgesamt ist festzustellen, dass die Reduktion der Dichte die Ablesbarkeit der ursprünglichen Figur verunklart, das neue Quartier dadurch bruchstückhaft in Erscheinung tritt und der Ortsbezug verloren geht. Vor diesem Hintergrund werden die nun für die Bebauung vorgeschlagenen optionalen Felder ebenso kritisch gesehen.

Der zentrale Platz ist gut positioniert und dient als wichtiger Orientierungspunkt im Quartier. Die Idee des grünen Bandes wird generell als ein großzügiges Angebot an Grünraum in zentraler Stelle positiv bewertet. Zugleich wirkt der Platz und das grüne Band im Verhältnis zu der eher geringen Höhenentwicklung angrenzender Bauten überdimensioniert. Im Gremium wird mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass durch die üppige Breite des Bandes das Quartier eher geteilt als verbunden wird.

Eine Nutzungsdurchmischung ist gegeben, eine noch stärkere Durchmischung wäre wünschenswert.  Der Auftakt des Campus am zentralen Platz wird begrüßt. Hinterfragt wird, ob die Kindertagesstätte auf Grund ihrer eher geringen Höhe hier den richtigen Auftakt bilden kann. Die Positionierung der Spielfelder ist richtig gewählt. Die vorgeschlagene Überquerung der K5 durch eine Fußgängerbrücke wird im Gremium intensiv und kontrovers diskutiert. Schlussendlich wird mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass auf eine weitere Fußgängerbrücke über der K5 zu verzichten ist.

Kontrovers wird auch der Vorschlag eines baulichen Bandes für Handwerksbetriebe entlang der K5 diskutiert. Einerseits ist der Wunsch nach einer baulichen Fassung der K5 nachvollziehbar, andererseits wird in Frage gestellt, ob mit gewerblichen Bauten ein attraktiver Auftakt für das Quartier entsteht. Gewürdigt wird die Idee eines wirksamen Schallschutzes, der durch die Bebauung für das angrenzende Wohnquartier entstehen könnte. Die dargestellten ein- bis zweigeschossigen Baukörper werden die erforderliche Schutzwirkung jedoch nicht erreichen. Sie sind zu niedrig. Ein besonderes Augenmerk bedürfen in diesem Bereich die Grünräume, die derzeit eher als Abstandsgrün wirken.

Das Angebot an zwei Quartiersgaragen und die Idee, das Parken oberirdisch zu organisieren, werden positiv herausgestellt. Die Lage der Quartiersgarage westlich der K5 wird hinterfragt. Deren Lage wird als zu prominent bewertet. Insgesamt würdigt das Gremium die hohe Qualität der Arbeit und deren Ausarbeitungstiefe. Es ist zugleich der Auffassung, dass die Reduktion der Dichte den ursprünglich kraftvollen städtebaulich und freiraumplanerischen Ausdruck geschwächt hat.

1. Phase – 3. Rundgang

1. Phase – 3. Rundgang: Kramm & Strigl Architekten und Stadtplanergesellschaft mbH, Darmstadt

Architektur

Kramm & Strigl Architekten und Stadtplanergesellschaft mbH, Darmstadt 
Nach oben scrollen